09.02.2010 - München/DeutschlandGrenchen/Schweiz - von Roland Schopper.
Fotos: IFMXF.
Steve Mini machte seinen Sprung zur IFMXF 2008, als er bei zwei Wettbewerben der NIGHT of the JUMPs startete. Der Showtime Yamaha Fahrer war Kennern der FMX Szene schon ein Begriff von den Crusty Shows, wo er mit krassen Triple-Combos glänzte. In Europa war Steve aber bis dahin ein unbeschriebenes Blatt. Das änderte zur Saisoneröffnung der NIGHT of the JUMPs 2009 als er in Berlin direkt auf den vierten Platz fuhr und nur knapp das Podium verpasste. Verletzungen und Jetlag warfen ihn immer wieder zurück. Mit seinem Sieg bei der NIGHT of the JUMPs in Namibia, hat Steve bewiesen, das er unter optimalen Voraussetzungen jederzeit aufs Podium springen kann. X-Aces hat den von Berlinièros Sports gemanagten Fahrer im Januar interviewt.
Hey Steve wann hast Du Dich entscheiden den FMX Sport professionell zu betreiben?
Steve Mini: Mit 18 hab ich an einem Amateur FMX Wettbewerb teilgenommen. Das war nix großes, nur ein kleiner Track hinter dem Schuppen einer Farm. Aber Fahrer aus dem ganzen Bundesstaat kamen. Ich hab schließlich gewonnen und erhielt das Angebot sechs Monate bei einer Wasserski Stunt Show in China Shows zu fahren. Zu der Zeit war ich in Ausbildung zum Klempner. Ich musste mich also entscheiden, ob ich für wenig Geld 55 Stunden die Woche hart arbeiten soll oder fünf Tage die Woche in einem anderen Land umgeben von einer Masse gut aussehender Wasserski-Fahrerinnen Shows zu springen. Die Entscheidung fiel mir ziemlich leicht.
Wo hast Du Dein Trainingsgelände in Australien und wie ist Dein Compound bestückt?
Steve Mini: Mein Trainingspark steht in meiner Heimatstadt Mudgee. Er hat einen großen Landehügel mit vier Rampen, einer Kicker, zwei Standard-Rampen und einer Europäischen Rampe nach IFMXF Massen. Die hab ich extra zur Vorbereitung auf die NIGHT of the JUMPs Serie anfertigen lassen. Dann hab ich noch ein Foampit und einen kleinen Motocross Track.
Du bist Mitglied des Showtime Yamaha FMX Teams. In Europa kennen wir Hersteller Teams im FMX noch nicht wirklich. Was steckt dahinter?
Steve Mini: Das Showtime Yamaha Team ist eines der wenigen, wenn nicht sogar einziges FMX Team, das vom Hersteller aufgestellt wurde. Wir haben pro Jahr ca. 120 Showtage in ganz Australien bei Veranstaltungen wie das V8 Autorennen, Motorradmessen, Konzerten oder auch beim Karneval. Das Team besteht aus Kain Saul, Matty McFerran, Brad Burch und mir. Wir haben volle Unterstützung von Yamaha, so kriegt jeder von uns vier Motorräder pro Jahr und zusätzliche Sponsorships von Answer, SixSixOne, Pro Taper, Sunline, Advanti Wheels und Jetpilot Clothing.
In der jetzigen Saison hast Du einen festen Startplatz bei der NIGHT of the JUMPs / FIM Freestyle MX World Championship Serie bekommen. Wie kam das zustande?
Steve Mini: Da die Contest-Szene in Australien nicht viel hergibt, wollte ich mich sportlich einfach mal messen. Wenn Du viele Jahre alle Shows in Deinem Kontinent gefahren bist, willst Du einfach mal wissen, wo man auf internationaler Ebene steht. Dafür ist die IFMXF mit ihrer NIGHT of the JUMPs Serie die beste Möglichkeit. Von Australien bis Europa ist aber ein weiter Weg und die Leute kannten mit bei Euch einfach nicht, insbesondere weil ich auch so gut wie nie in Europa gefahren bin. Ich hab dann Oliver Franke von Berlinièros Sports kennen gelernt, der auch den Deutschen FMX Pro Freddy Peters managt. Olli hat mich 2008 für zwei NIGHT of the JUMPs nach Europa geholt. Das war zwar ein ungewohntes Terrain und ich musste mich erst an den Jetlag, die Rampen etc. gewöhnen. Aber ich konnte ein Paar meiner Triple-Combos zeigen und so hat Olli für mich einen Vertrag für die ganze IFMXF Saison raus geholt.
Wie ist das Fahren in Europa und was denkst Du über die IFMXF?
Steve Mini: Ich muss ehrlicherweise sagen, das das Fahren in Europa viel härter ist als zu Hause. Hinzu kommt das kalte Wetter und es ist schwieriger an Motorradteile zu kommen. Aber alles in allem ist es eine sehr gute Erfahrung. Es macht sehr viel Spaß bei der IFMXF dabei zu sein. Die Strecken sind für mich aufgrund der Hallengröße in Europa relativ einfach, aber das Level der Fahrer und der Tricks ist extrem hoch.
Was war bis jetzt der größte Erfolg in Deiner FMX Laufbahn?
Steve Mini: Definitiv war der Sieg in Namibia mein größter sportlicher Erfolg, den ich bis jetzt hatte!
Was sind Deine Pläne für 2010? Sehen wir Dich wieder in Europa?
Steve Mini: Anfang des Jahres hab ich mich leider am Fuß verletzt und musste operiert werden. Darum bin ich bis März aus dem Rennen. Im Mai und Juni bin ich dann bei der Nitro Circus Tour von Travis hier in Australien mit dabei. Nach der Sommerpause hoffe ich dann wieder bei der NIGHT of the JUMPs Serie fahren zu können.