Craft Bike Transalp 2010
25.01.2010 - München/Deutschland - von Roland Schopper
Fotos: © CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN – Peter Musch.
Stefan Sahm und Karl Platt holen Titel bei der 13. CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN / De Bertolis/Felderer mit Sieg auf letzter Etappe / Senior Master-Sieger treten zurück Stefan Sahm und Karl Platt haben nach 2007 und 2008 bei der 13. Auflage der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN ihren dritten gemeinsamen Titel eingefahren. Die beiden Deutschen vom Team Bulls, die auf der Abschlussetappe von Madonna di Campiglio (ITA) nach Riva del Garda (ITA) als Vierte ins Ziel kamen (2:57:49.3), bewältigten die acht Etappen von Füssen (GER) an den Gardasee und deren 598,14 Kilometer und 19.685 Höhenmeter in insgesamt 26:07:03.9 Stunden.
Den Sieg auf der 74,97 Kilometer langen finalen Etappe, die noch einmal 1.770 Höhenmeter aufwies, sicherten sich die beiden Italiener Massimo De Bertolis und Mike Felderer vom Team Full-Dynamix (2:54:35.7), die mit ihrem vierten Tageserfolg noch auf Rang drei des Gesamtklassements fuhren. Ein versöhnlicher Abschluss für das Top-Duo, wie Mike Felderer bemerkte: „Damit haben wir gezeigt, dass mehr drin gewesen wäre, hätte Massimo nicht auf den ersten beiden Etappen Magenprobleme gehabt.“
Vor ihnen reihten sich Hannes Genze (GER) und Andreas Kugler (SUI) vom Multivan Merida Biking Team ein, die heute (2:57:41.6) hinter Stöckli-Craft mit Thomas Zahnd und Konny Looser (2:57:36.6) Dritte wurden.
Riesenjubel im Bulls-Stall
Wie nicht anders zu erwarten, ließen die nunmehr dreimaligen Transalp-Titelträger nach dem Zieleinlauf mit einer ausgiebigen Sektdusche ihren Gefühlen freien Lauf. Kein Wunder, lag doch eine mehr als aufregende, achttägige Etappenfahrt über die Alpen hinter ihnen, die insgesamt drei Mal einen Wechsel der Gesamtführung brachte.
„Wir sind überglücklich. Es ist ein Wahnsinnsgefühl, es nach unsrem Durchhänger doch noch geschafft zu haben“, frohlockte Stefan Sahm im Zielinterview. Der 33-jährige „Sahmurai“ spielte damit auf die dritte und vierte Etappe an, bei der vor allem sein Teampartner leiden musste.
„Das war die härteste Transalp, die ich jemals bestritten habe“, so der siebenmalige Transalp-Champion Karl Platt. „Es war noch nie so schnell. Es gab keine Pause. Zum Glück kam die Form zurück.“ Für den 32-Jährigen zweifachen Vater, der mit seiner Frau ein drittes Kind erwartet, war es noch aus einem anderen Grund ein „ganz besonderer Erfolg.“ Im letzten Jahr hatte „Plattos“ nach einem Sturz aufgeben müssen.
Rothaus-Cube-Damen landen Favoritensieg
Ungeschlagen haben die beiden Däninnen Kristine und Anna-Sofie Norgaard die 13. Transalp beendet. Nach sieben Siegen zuvor sicherten sich die beiden Schwestern auch Etappe acht in 3:36:57.4 Stunden. Insgesamt war das Rothaus-Cube-Team 32:52:56.9 Stunden unterwegs.
Auf Rang zwei fuhren die auch auf Platz zwei der Gesamtwertung liegenden Deutschen Natascha Binder und Bettina Dietzen von Felt Ötztal X-Bionic / Cannondale Store ins Ziel (3:43:48.2). Die Top-3 des Tages, wie auch im Ranking, rundeten die Mountain Heroes Katrin Neumann (GER) und Danièle Troesch (FRA) ab (3:48:16.5).
Cube-Team mit makelloser Bilanz zum Mastersieg
Udo Bölts (GER) und Silvio Wieltschnig (AUT) haben in ihrer ersten gemeinsamen Saison als Masterteam für Cube den Sieg in der Masterwertung der Transalp 2010 gesichert. Nach Triumphen auf den sieben Etappen zuvor belegten die Träger der Blauen Trikots auch in Riva den ersten Platz (3:04:37.0).
Nach zahlreichen Jahren als erfolgreicher Straßenradprofi war der Transalp-Sieg der erste große Mountainbike-Erfolg für Udo Bölts. „Das ist schon etwas sehr Besonderes. Ich hätte nicht gedacht, dass wir gewinnen, auch wenn ich mit dem Podium gerechnet habe.“ Der 43-Jährige weiter: „Ich freue mich, dass es mit Silvio geklappt hat, dem ich letztes Jahr eine gemeinsame Teilnahme versprochen habe. Dieser Teambewerb ist schon speziell. Das habe ich erst durchs Mountainbiken kennengelernt. Es ist beeindruckend, wie es einen zusammenschweißt!“
Auf Platz zwei und drei landeten, wie in der Gesamtwertung auch, das Team Garmin adidas/Bike and Soul (3:09:46.6) um Mannie Heymans (NAM) und Reini Woisetschläger (AUT) sowie die entthronten Titelverteidiger vom Team KTM, Heinz Zörweg und Ekkehard Dörschlag aus Österreich (3:12:18.9).
Sundstedt/Gathof unterstreichen Mixed-Titel mit Tagessieg
Standesgemäß haben Pia Sundstedt und Daniel Gathof als neue Titelträger der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN-Mixed-Wertung die Abschlussetappe für sich entschieden. Die finnisch-deutsche Craft-Rocky-Mountain-Paarung bewältigte den Abschnitt von Madonna di Campiglio nach Riva del Garda in 3:16:01.7 Stunden. Zweite und Dritte - wie in der Gesamtwertung - wurden Milena Landtwing (SUI) und Heiko Gutmann (GER) von Rothaus-Cube (3:19:17.4) sowie Jane Nüssli und Markus Hochstrasser vom Schweizer Stall credo-bikes.com (3:19:18.1).
Green Valley Team 100 mit fünftem Tagessieg bei den Senior Mastern
In der Klasse der Ältesten Teilnehmer haben sich die beiden Südtiroler Hartmann Stifter und Josef Pallhuber nach 3:23:06.0 Stunden den fünften Etappenerfolg gesichert. Das auf Rang zwei der Senior Master-Wertung klassierte Green Valley Team verwies damit das Team Craft auf den zweiten Platz (3:26:51.2). Ferdinand Ganser und Georg Niggl aus Deutschland brachten aber dennoch den dritten Transalp-Sieg nach 2008 und 2009 sicher unter Dach und Fach und verabschieden sich mit einem Titel-Hattrick vom weltweit größten Mountainbike-Etappenrennen. Beide hatten schon am Vorabend ihren Transalp-Rücktritt bekannt gegeben.
Gesamtdritte bei den Senior Mastern wurden die Thomax Bike Team-Fahrer Max Bertschinger und Thomas Rüegg aus der Schweiz. Als Tagesdritte fuhren Daniel Feuz und Adolf Steiner vom Schweizer Crazyveloshop-Scott auf das letzte Tagespodium (3:26:58.4).
23.07.2010 - München/Deutschland - von Roland Schopper.
Fotos: CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN – Hans Mayer.
Drei Teams teilen sich Sieg bei der siebten Etappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN / Sturz und Aus der Titelverteidiger überschattet Rennausgang
Die CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN 2010 hat am siebten Tag der 13. Auflage mit drei Siegerteams ein Novum erlebt – wenn auch eines mit traurigem Hintergrund. Nach 47,73 Kilometern und 2,321 Höhenmetern von Malé (ITA) nach Madonna di Campiglio (ITA) überquerten drei Teams neutralisiert die Ziellinie. Mit den Gesamtwertungsführenden vom Team Bulls, Karl Platt und Stefan Sahm (beide GER), fuhren auch die Multivan Merida-Biker Hannes Genze (GER) und Andreas Kugler (SUI) sowie die Italiener Massimo De Bertolis und Mike Felderer von Full-Dynamix gemeinsam als Sieger ein (2:29:34.8). Das bis kurz vor Schluss führende BiXS iXS Pro Team stürzte kurz vor dem Ziel und konnte die Etappe nicht beenden.
Zuvor hatten sich die Schweizer Titelverteidiger Lukas Buchli und Thomas Stoll vor dem Gipfel des mit seinem 20 Kilometer langen und 1.300 Höhenmetern schweren Anstiegs zum Rifugio Orso Bruno absetzen können und waren mit einem Vorsprung von 20 Sekunden in die Abfahrt nach Madonna di Campiglio gegangen.
Rund 700 Meter vor dem Ziel schnitt, laut Aussage der Rennleitung, das BiXS iXS Pro Team beim Versuch den Rückstand im Gesamtklassement von 1:39 Minuten auf das Team Bulls weiter zu verkürzen, eine Kurve. Bei diesem Manöver kollidierte der 27-jährige Stoll mit einem Auto und zog sich eine tiefe Fleischwunde unter der linken Achsel zu, die im Krankenhaus genäht wurde.
Da die beiden Schweizer nach dem selbstverschuldeten Unfall die Ziellinie nicht mehr passierten, wurden die Titelverteidiger aus der Wertung genommen. Damit ist für Lukas Buchli und Thomas Stoll die Transalp 2010 beendet, wodurch das Multivan Merida Biking Team mit 5:35 Minuten Rückstand auf Team Bulls auf den zweiten Platz vorrückt.
Siegerduos zeigen sich geschockt
Kurz nach der gemeinsamen Zieleinfahrt zeigten sich alle Profis der drei Ställe geschockt vom rennentscheidenden Zwischenfall. Stellvertretend äußerte der sechsmalige Transalp-Sieger Karl Platt vom weiterhin im Gesamtklassement führenden Team Bulls: „Ich verstehe das nicht. Ich predige seit mehreren Jahren, dass es gefährlich ist. Die Top-Fahrer an der Spitze fahren ein richtiges Radrennen. Da gehören die letzten Kilometer abgesperrt. Dann passiert sowas nicht.“
Team Cube holt Sieg bei den Mastern
Während die Radställe und deren Fahrer noch im einsetzenden Platzregen über die heutige Etappe diskutierten, kamen Udo Bölts und Silvio Wieltschnig vom deutsch-österreichischen Team Cube als erstes Masterteam ins Ziel. Die Träger der Blauen Trikots verwiesen in 2:42:07.3 Stunden das Team Garmin adidas/Bike and Soul mit Mannie Heymans (NAM) und Reini Woisetschläger (AUT) auf den zweiten Platz (2:50:00.4). Dritter wurde das Team KTM mit den österreichischen Titelverteidigern Heinz Zörweg und Ekkehard Dörschlag (2:51:59.5).
Rothaus-Cube-Damen weiterhin mit weißer Weste
Sieben von sieben Etappen haben Kristine und Anna-Sofie Norgaard (beide DAN) nach dem heutigen Tag für sich entschieden. Das führende Damenteam von Rothaus-Cube bewältigte die kürzeste Transalp-Etappe 2010 in 3:11:30.2 Stunden.
Die beiden Mountain Heroes Katrin Neumann (GER) und Danièle Troesch (FRA) haben sich in Madonna di Campiglio zum zweiten Mal den zweiten Platz bei der diesjährigen Transalp gesichert. Die deutsch-französische Paarung kam nach 3:30:07.9 Stunden ins Ziel und blieb damit knapp eine Minute vor Natascha Binder und Bettina Dietzen. Die beiden Deutschen von Felt Ötztal X-Bionic / Cannondale Store beendeten das Rennen als Dritte nach 3:31:01.0 Stunden.
Erster Mixed-Sieg für credo-bikes_com
Die gemeinsame Zieleinfahrt der besten Mixed-Duos beendeten Jane Nüssli und Markus Hochstrasser von credo-bikes.com als Erste. Die beiden Schweizer verwiesen bei ihrem ersten Transalp-Etappensieg (3:09:04.7) Milena Landtwing (SUI) und Heiko Gutmann (GER) von Rothaus-Cube (3:09:05.9) und die Leader in den Orangenen Jerseys Pia Sundstedt (FIN) und Daniel Gathof (GER) von Craft-Rocky-Mountain (3:09:06.3) auf die Plätze zwei und drei.
Green Valley Team 100 kontert Attacke und fährt noch zum Sieg
Dank einer starken Aufholjagd haben Hartmann Stifter und Josef Pallhuber vom Green Valley Team 100 noch die zwischenzeitlich in Front liegenden Senior Master-Leader abgefangen. Die beiden Südtiroler feierten am Ende nach 3:07:35.8 Stunden ihren vierten Etappensieg, liegen aber im Gesamtklassement weiterhin rund 30 Minuten hinter den heutigen Zweiten und Trägern der Grünen Leaderjerseys, Ferdinand Ganser und Georg Niggl (beide GER) vom Team Craft (3:08:02.4).
Auf Platz drei fuhren zwei weitere Italiener ein tolles Ergebnis nach Hause. Erstmals reihten sich Josef Stefan Hofer und Thomas Steger von Green Valley 101 auf dem Podium ein (3:13:09.5).
Vorschau Etappe 8: Madonna D.C. (ITA) – Riva del Garda (ITA)
Die abschließende Etappe zum Ziel am Gardasee verlangt – bei allem Genuss – noch einmal höchste Konzentration. Denn nach einem wahnsinnig steilen Schiebestück am Ende des Anstieges zum Passo Bregn d’Ors, kommt ein Abschnitt, der schon traditionell zu einer Transalp gehört.
Der anspruchsvolle Gardasee-Trail; er zeugt nicht nur vom nahen Ziel, sondern fordert noch einmal Geschick und Aufmerksamkeit. Erst ab Varignano wird es entspannt – außer für die Teams, die um den Sieg kämpfen.
Fünfte Etappe
21.01.2010 - München/Deutschland - von Roland Schopper
Fotos: CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN – Hans Mayer.
Genze/Kugler feiern Tagessieg auf Königsetappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN / Multivan Merida Biking Team erobert zudem Gesamtführung
Das Multivan Merida Biking Team hat die fünfte Etappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN gewonnen. Hannes Genze (GER) und Andreas Kugler (SUI) setzten im Aufstieg zum Mortirolo-Pass die entscheidende Attacke und beendeten die Königsetappe der diesjährigen Transalp (106,86 km und 3.461 Hm) von Livigno (ITA) nach Ponte di Legno (ITA) in 4:42:39.0 Stunden. Damit übernahm die deutsch-schweizerische Paarung auch die Gesamtführung.
Denn die bisherigen Leader Lukas Buchli und Thomas Stoll (beide SUI) kamen erst nach 4:47:12.9 Stunden als Vierte ins Ziel. Die Titelverteidiger vom BiXS iXS Pro Team verloren damit ihren kompletten Vorsprung von vormals 4:08 Minuten und liegen jetzt ihrerseits 25 Sekunden hinter den neuen Trägern der Gelben Trikots auf Platz zwei der Gesamtwertung.
Die Teams Full-Dynamix mit Massimo De Bertolis und Mike Felder (beide ITA) und Team Bulls mit Karl Platt und Stefan Sahm (beide GER) rundeten das heutige Podium als Zweite (4:45:15.6) bzw. Dritte (4:45:16.4) ab.
Zwei Anstiege bringen Entscheidung
Wie schon an den Vortagen waren es die Pässe, die im Verlauf der Etappe ausschlaggebend für den Rennausgang waren. Zunächst hatten am Passo di Verva die Transalp-Sieger von 2007 und 2008, Karl Platt und Stefan Sahm, attackiert. Doch das Team Bulls konnte sich nicht entscheidend genug absetzen. „Das war im Endeffekt trotzdem die beste Vorarbeit für uns“, erklärte Hannes Genze später im Ziel. Denn durch das hohe Tempo, das das Team Bulls auch im Anstieg hoch zum berüchtigten Giro d’Ialia Pass Mortirolo anschlugen, wurde die Führungsgruppe der Top-Duos mehr und mehr auseinandergezogen. Als dann die Wertungsführenden aus der Schweiz vom BiXS iXS Pro Team auch noch in einen gemeinsamen Sturz verwickelt waren, riss deren Kontakt zur Spitze endgültig ab. Am Ende hatten dann die Multivan Merida Biking-Fahrer die größeren Kraftreserven, parierten erfolgreich die Angriffe von Team Bulls und setzten schlussendlich ihrerseits den entscheidenden Nadelstich. „Es war schön, auch mal einen Anstieg zu dominieren. Ich habe von Anfang an, einen guten Rhythmus gehabt. Und Andi hat sich dann super hoch gekämpft“, fasste Genze zusammen. Doch der Europameister von 2005 weiß auch: „Es ist noch nichts entschieden. Wir wussten zwar, dass es heute richtig um die Wurst geht. Aber wir haben viel investiert und müssen jetzt schauen, dass wir morgen nicht wie die Parkuhren dastehen.“
Großer Kampfgeist vom Team Bulls am Ende nicht belohnt
Allerdings steht morgen eine knapp 72 Kilometer lange Etappe an. Schwere Bedingungen also, die Führung zu verteidigen, die heute eindrucksvoll erobert wurde. So anerkannte Stefan Sahm vom nunmehr auf Rang drei der Wertung klassifizierten Team Bulls den Konter der Tagessieger am letzten Berg: „Sie sind ganz langsam weggefahren. Wir haben alles probiert. Aber so ist Rennsport.“
Bölts/Wieltschnig weiterhin Maß aller Dinge bei den Mastern
Das Cube Team mit Udo Bölts (GER) und Silvio Wieltschnig (AUT) behält bei den Mastern seine weiße Weste und damit das Blaue Trikot der Führenden an. Die deutsch-österreichische Paarung verwies in 5:18:16.7 Stunden die Titelverteidiger vom Team KTM, die Österreicher Heinz Zörweg und Ekkehard Dörschlag, auf den zweiten Platz (5:21:58.0). Dritte wurden Mannie Heymans (NAM) und Reini Woisetschläger (AUT) vom Team Garmin adidas/Bike and Soul (5:21:58.6).
Erster Sieg für Landtwing/Gutmann in der Mixed-Wertung
Milena Landtwing (SUI) und Heiko Gutmann (GER) haben den ersten Sieg bei den Mixed-Teams gefeiert. Das Rothaus Cube-Team verwies nach 5:43:39.9 Stunden die Wertungsführenden von Craft-Rocky-Mountain, Pia Sundstedt (FIN) und Daniel Gathof (GER), knapp auf den zweiten Platz (5:43:40.2). Jane Nüssli und Markus Hochstrasser (beide SUI) von der Paarung credo-bikes.com rundeten das Podium als Dritte ab (5:52:46.1).
Ganser/Niggl finden zurück zur alten Stärke
Die Titelverteidiger in der Senior Master-Kategorie haben sich heute eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach zwei schwächeren letzten Tagen überquerten heute die Grünen Leaderjerseys, getragen von Ferdinand Ganser und Georg Niggl vom Team Craft, in 5:47:41.5 Stunden als Erste die Ziellinie. Zweite wurden die Schweizer Max Bertschinger und Thomas Rüegg von Thomax Bike (6:09:41.2). Als drittes Duo fuhr das Green Valley Team 100 mit Hartmann Stifter und Josef Pallhuber (beide ITA) nach 6:12:21.8 Stunden ein.
Nächster Sieg bei den Damen für Norgaard Schwestern
Kristine und Anna-Sofie Norgaard sind bei den Damen weiterhin nicht zu stoppen. Das Rothaus-Cube-Team aus Dänemark benötigte 6:11:45.7 Stunden für die längste Etappe der diesjährigen Transalp. Nach zahlreichen dritten Plätzen in den Vortagen kamen heute die Mountain Heroes Katrin Neumann (GER) und Danièle Troesch als zweitbestes Damenteam ins Ziel von Ponte di Legno (6:23:36.8). Natascha Binder und Bettina Dietzen (beide GER) von Felt Ötztal X-Bionic / Cannondale Store beendeten als Dritte das Rennen (6:29:54.6).
Vorschau Etappe 6: Ponte di Legno (ITA) – Malé (ITA)
Nach der schlauchenden Vortagesetappe entschädigt der sechste Tag mit wahrer Trail-Kunst. Ein rund zwölf Kilometer langer Panoramapfad wartet auf die Teilnehmer der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN. Die Strecke zum Passo Tonale dürfte das absolute Trail-Highlight werden, denn nicht nur die Strecke selbst, sondern auch die Aussicht in die Adamello-Gruppe ist beeindruckend. Und auch die letzten 30 Kilometer bis ins Ziel nach Malé sind – im Vergleich zur Königsetappe – eher entspannter Natur. Ab Malga Boai geht es zügig hinab.
Vierte Etappe
20.01.2010 - München/Deutschland - von Roland Schopper
Fotos: CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN – Hans Mayer.
Deho/Celestino mit zweitem italienischen Sieg / BiXS iXS Pro Team verteidigt Führung bei der CRAFT BIKE TRANSALP 2010 powered by NISSAN / Senior Master-Leader schwächeln
Marzio Deho und Mirko Celestino haben die vierte Etappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN für sich entschieden. Das Adamello Bike Olympia – Axevo-Team bewältigte die 73,91 Kilometer und 2.377 Höhenmeter von Scuol (SUI) nach Livigno (ITA) in 3:07:31.8 Stunden. Zweite wurden Hannes Genze (GER) und Andreas Kugler (SUI) vom Multivan Merida Biking Team (3:11:56.2), die den Zielsprint der Verfolger erfolgreich gestalten konnten. Trotz Sturzes rundeten Massimo De Bertolis (ITA) und Mike Felderer (ITA) von Full-Dynamix, die gestern ganz vorne gelegen hatten, das Podium als Dritte ab (3:11:56.5).
Die Entscheidung über den heutigen Etappensieg fiel im Val Mora. Die beiden Italiener, die heute für den zweiten Tagessieg für ihr Heimatland in Folge sorgten, nutzten die Gunst der Stunde, als diese sich bei einem Sturz Mike Felderes im Single Trail bot. Bis dahin war das Ortsteam von Ponte di Legno mit seinen Landsleuten De Bertolis/Felderer und den Gesamtführenden Lukas Buchli und Thomas Stoll vom BiXS iXS Pro Team, das heute als Fünfter seinen Vorsprung auf die Verfolger verwaltete, zusammen unterwegs gewesen. „Die beiden haben attackiert. Und als ich dann anhalten musste, um eine Speiche nachzuziehen, waren sie im Anstieg nach Alpisella weg“, fasste Stoll zusammen. Trotz des Malheurs zeigte sich der weiterhin in Gelb fahrende 27-Jährige zufrieden mit dem Rennausgang. „Wir haben es heute ruhiger angehen lassen, auch wenn es durch die Attacken von Full-Dynamix wieder schnell zugegangen ist.“
Tagessieger zollt Gelben Trikots Respekt
Stoll und sein Partner bleiben bei Rennhälfte der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN weiterhin das einzige Spitzenteam, das noch keine Schwächen im Verlauf der vier Etappen gezeigt hat. Eine Tatsache, der auch Marzio Deho nach seinem Etappensieg mit immerhin mehr als 3,5 Minuten Vorsprung Respekt zollte. „Die sind wahnsinnig gut drauf. Sie haben keine Schwächen und werden sicherlich gewinnen“, so der mit einem Trans Rockies-Sieg (2008) dekorierte Biker über die Titelverteidiger. „Aber ich bin froh, dass ich heute mit Mirko zusammen gewinnen konnte.“
Senior Master Leader schwächeln
Mit ihrem zweiten Etappensieg in Folge haben die Zweiten der Senior Master-Klasse, Josef Pallhuber und Hartmann Stifter, den Druck auf die in den Grünen Leaderjerseys fahrenden Ferdinand Ganser und Georg Niggl erhöht. Das Südtiroler Green Valley Team 100 beendete die vierte Etappe in 3:47:59.1 Stunden und verkürzte so den Rückstand auf die deutschen Titelverteidiger vom Team Craft (3:50:59.2) um drei Minuten auf 9:51 Minuten.
Ferdinand Ganser musste dann auch, ob seiner anhaltenden Kreislaufprobleme, zugeben: „Das wird noch richtig eng. Normalerweise bin ich stärker. Aber mir fehlen 20 Prozent.“ Dritter wurde das Schweizer Duo Max Bertschinger und Thomas Rüegg von Thomax Bike (3:59:33.2).
Business as usual bei den Mastern / Mitfavoriten raus
Wie die Tage zuvor haben Udo Bölts (GER) und Silvio Wieltschnig (AUT) auch die vierte Etappe bei den Teams mit einem Gesamtalter von mehr als 80 Jahren dominiert. Das Team Cube absolvierte die Strecke Scuol - Livigno in 3:19:41.3 Stunden.
Wie bereits gestern beendet das namibisch-österreichische Team Garmin adidas/Bike and Soul mit Mannie Heymans und Reini Woisetschläger als zweitbestes Masterteam (3:28:57.2) das Rennen. Dritter wurden die Transalp-Sieger von 2006 bis 2009, Heinz Zörweg und Ekkehard Dörschlag vom österreichischen Team KTM (3:30:30.4). Die bislang zweitklassierten Mitfavoriten Johann Grasegger (GER) und Georg Koch (AUT) von Scott / RS Janger mussten hingegen aufgrund einer Verletzung des Österreichers, die er sich gestern bei einem Sturz zugezogen hatte, aussteigen.
Mixed-Leader wieder vorne
Pia Sundstedt (FIN) und Daniel Gathof (GER) von Craft-Rocky-Mountain haben sich auch auf der vierten Etappe keine Blöße gegeben und die Mixed-Konkurrenz in 3:36:58.7 Stunden dominiert. Auch bei den beiden anderen Podiumsrängen gab es keine Abwechslung. Wie an den Vortagen reihten sich Milena Landtwing (SUI) und Heiko Gutmann (GER) von Rothaus-Cube als Zweite (3:40:10.2), Jane Nüssle (SUI) und Markus Hochstrasser (SUI) von credo-bikes.com als Dritte ein (3:44:39.9).
Rothaus-Cube dominiert weiter die Damenkonkurrenz
Die beiden Schwestern aus Dänemark, Kristine und Anna-Sofie Norgaard, scheinen ihr Versprechen, alle Etappen gewinnen zu wollen, zu verwirklichen. Heute erreichte das Rothaus-Cube-Duo den Etappensieg in 4:00:27.4 Stunden. Als Zweite kamen einmal mehr Natascha Binder und Bettina Dietzen vom Team Felt Ötztal X-Bionic / Cannondale Store (4:13:08.9) ins Ziel. Damit verwiesen die beiden Deutschen Katrin Neumann (GER) und deren Mountain Heroes-Partnerin Danièle Troesch (FRA) mit nur 30.7 Sekunden Vorsprung auf Platz drei (4:13:39.6).
Vorschau Etappe 5: Livigno (ITA) – Ponte di Legno (ITA)
Waren die ersten vier Etappen, zumindest für die Transalp-erfahrenen Wiederholungstäter im Feld, durchaus bekannt und mit einem Klassikerstatus versehen, befahren die Teilnehmer in der zweiten Rennhälfte sprichwörtlich Neuland. Erstmals führt die Route über den Passo di Verva und den berüchtigten Mortirolo-Pass nach Ponte di Legno – eine Königsetappe, die es in sich hat. So sprechen schon die nackten Zahlen für sich: über 106,84 Kilometer und enorme 3.461 Höhenmeter sind von Livigno aus bis zum Etappenortneuling zurückzulegen. Doch Etappe fünf ist auch ein landschaftlicher Leckerbissen. Die Trails vom Passo d’Eira zum Passo Trela gehören zum Besten, was die 2010er-Strecke zu bieten hat.
Tag drei
19.01.2010 - München/Deutschland - von Roland Schopper
Fotos: CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN – Hans Mayer.
De Bertolis und Felderer sichern Sieg auf Etappe 3 der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN / Sturz der Führungsgruppe bleibt ohne Folgen
Massimo De Bertolis und Mike Felderer haben die dritte Etappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN gewonnen. Das italienische Duo bewältigte die 73,64 Kilometer lange und mit 2.504 Höhenmetern gespickte Panoramastrecke von Ischgl (AUT) nach Scuol (SUI) in 3:06:00.8 Stunden. Damit war das Team Full-Dynamix 0.5 Sekunden schneller als die Schweizer Gesamtführenden, Lukas Buchli und Thomas Stoll vom BiXS iXS Pro Team (3:06:01.2), die ihre Führung im Klassement weiter ausbauen konnten. Als Dritte fuhren Konny Looser und Thomas Zahnd (Stöckli-Craft) erstmals aufs Podium, nachdem sich die beiden Schweizer im Sprint der Verfolger durchgesetzt hatten (3:08:09.2).
Die Vorentscheidung des dritten Teilabschnitts fiel – wie schon gestern – im ersten Anstieg hinauf auf den höchsten Gipfel der Transalp 2010, dem Idjoch (2.737m). Wieder griffen die Titelverteidiger von BiXS iXS an, und wieder sprengten sie damit die Favoritengruppe. „Wir haben gestern gesehen, wie alle im Anstieg gelitten haben. Und da wir wussten, dass uns der Berg liegt, mussten wir die Chance nutzen“, so Buchli.
Dass die späteren Sieger von Full-Dynamix die Tempoverschärfung von Idalpe bis Idjoch mitgehen konnten, erwies sich als wahrer Glücksfall für die Träger der Gelben Leaderjerseys. „Für uns ist das so natürlich perfekt gelaufen, da wir gut zusammenarbeiten konnten“, erklärte der 31-Jährige, der zusammen mit dem Trentiner De Bertolis später allerdings eine Schrecksekunde überstehen musste, die das Klassement richtig durcheinander hätte wirbeln können, allerdings glimpflich ausging.
Glück im Unglück für Ausreißer
An der österreichisch-schweizerischen Grenze knallten Buchli, zu diesem Zeitpunkt schon mit gebrochener Speiche unterwegs, und Massimo De Bertolis mit Volldampf in ein Auto. Während der Schweizer Meister von 2008 ungeschoren davon kam („Da haben wir wirklich sehr viel Glück gehabt. Das war eine sehr heikle Situation“), flog der Marathon-Weltmeister von 2004 ab und zog sich zum Glück nur Schürfwunden zu.
Damit war es wieder De Bertolis, der vom Pech verfolgt war. Schon an den ersten beiden Tagen hatte er mit Magenproblemen und Durchfall zu kämpfen gehabt. Heute ging es dann endlich besser, so dass am Ende doch noch ein versöhnlicher Tagessieg heraussprang, der Mut auf mehr macht. So äußerte Italiens Vize-Marathonmeister Felderer: „Wenn es geht, attackieren wir die nächsten Tage noch einmal. Wir hoffen, nachdem es bislang nicht so gut lief, auf ein Top-5-Ergebnis.“
Green Valley Team 100 bezwingt Senior Master Leader
Ferdinand Ganser und Georg Niggl vom deutschen Team Craft mussten heute als Zweite (3:54:21.0) erstmals der Konkurrenz den Vortritt in Sachen Tagessieg lassen. Die Südtiroler Josef Pallhuber und Hartmann Stifter vom Green Valley Team 100 fuhren den ersten Etappenerfolg in 3:53:17.3 Stunden nach Hause. Die Schweizer Max Bertschinger und Thomas Rüegg vom Thomax Bike Team wurden Dritte (3:57:00.2).
Dritter Sieg für Team Cube
Bei den Master-Teams sind Udo Bölts und Silvio Wieltschnig weiterhin das Maß aller Dinge. Das deutsch-österreichische Duo absolvierte die dritte, mit hohem Funfaktor versehene Etappe in 3:18:55.6 Stunden.
Während das Team Cube weiterhin unangefochten im Blauen Leaderjersey fährt, machte heute das Team Garmin adidas/Bike and Soul im Kampf um das Podium Zeit gut. Der Sieger der ersten Transalp (1998), Mannie Heymans (NAM) und sein Partner Reini Woisetschläger (AUT) rollten nach 3:23:27.4 Stunden ins Ziel. Dabei profitierten sie von einem Hinterrad-Defekt des Team Scott / RS Janger um Johann Grasegger (GER) und Georg Koch (AUT), die knapp neun Minuten später ankamen (3:32:12.6).
Dank der starken Leistung gab sich Heymans dann auch optimistisch für die nächsten Tage. „Ich hoffe, die Form steigt weiter an und wir können vielleicht noch eine Etappe gewinnen. Das wäre der Hammer für uns!“
Selbe Podiumsplatzierungen bei den Mixed-Teams wie am Vortag
Die Top-3 der Mixed-Kategorie kamen, wie schon gestern, in derselben Reihenfolge ins Ziel. Ganz oben feierte einmal mehr das Craft-Rocky-Mountain-Duo Pia Sundstedt (FIN) und Daniel Gathof (GER) den Tagessieg (3:37:47.8). Zweite wurden Milena Landtwing (SUI) und Heiko Gutmann (GER) von Rothaus-Cube (3:44:03.2) vor der Schweizer credo-bikes.com-Paarung Jane Nüssli und Markus Hochstrasser (3:48:03.5).
Dritter Sieg für Norgaard-Schwestern
Kristine und Anna-Sofie Norgaard von Rothaus-Cube haben auch die dritte Etappe für sich entschieden. Die beiden Däninnen blieben in Scuol mit 3:56:35.2 Stunden noch deutlich unter der Vier-Stunden-Marke; anders ihre Verfolgerinnen. Natascha Binder und Bettina Dietzen vom Deutschen Duo Felt Ötztal X-Bionic / Cannondale Store benötigten mehr als zehn Minuten mehr als die Trägerinnen der Rosa Trikots (4:07:04.3). Katrin Neumann (GER) und Danièle Troesch (FRA) von den Mountain Heroes rundeten das Damenpodium als Dritte ab (4:11:40.5).
Vorschau Etappe 4: Scuol (SUI) – Livigno (ITA)
Bevor das Bergfest gefeiert werden kann, müssen erneut zahlreiche Höhenmeter „gefressen“ werden. Dabei geht es ab der ersten und schwersten Prüfung des Tages, dem direkten Anstieg nach dem Start hinauf zum Pass da Costainas, immer entlang der Baumgrenze bis nach Italien.
Die Naturliebhaber werden auf ihre Kosten kommen, denn fast alle Vegetationszonen werden durchfahren. Nach der Abfahrt ins Val Müstair ist vor allem der Pass Döss Radond besonders. Hier kommt man sich vor wie in einer Mondlandschaft. Nach dem dritten Pass, dem Passo Alpisella, der ebenfalls sehr speziell ist, führt der Weg vom Lago San Giacomo über einen alten Säumerweg bis nach Livigno.
Zweiter Tag!
18.01.2010 - München/Deutschland - von Roland Schopper
Fotos: © CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN – Hans Mayer.
Titelverteidiger BiXS iXS Pro Team feiert Tagessieg und übernimmt Führung bei der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN / Buchli/Stoll retten rund 35 Sekunden ins Ziel
Lukas Buchli und Thomas Stoll haben sich den Sieg auf der zweiten Etappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN gesichert. Die beiden Titelverteidiger absolvierten die 76,92 Kilometer und 3.184 Höhenmeter von Imst (AUT) nach Ischgl (AUT) in 3:27:02.3 Stunden. Am Ende retteten die zwei Schweizer, die schon im ersten der drei zu meisternden Anstiege, hinauf zur Venetalm, attackiert hatten, 34.8 Sekunden von ihrem zwischenzeitlich mehr als zwei Minuten großen Vorsprung ins Ziel. Hannes Genze (GER) und Andreas Kugler (SUI) fuhren heute als Zweite ins Ziel (3:27:37.1), 1.2 Sekunden vor den gestern erfolgreichen deutschen Team Bulls-Piloten Karl Platt und Stefan Sahm (3:27:38.3).
Dass es am Ende noch einmal knapp für Buchli/Stoll wurde, lag vor allem an der grandiosen Aufholarbeit von Hannes Genze. Der Europameister von 2005 hatte von See weg derart Tempo gebolzt, dass die später viert- und fünftplatzierten Teams Adamello Bike Olympia – Axevo und Stöckli-Craft bis Kappl abreißen lassen mussten. Die letzten Kilometer saßen damit nur noch Multivan Merida Biking und Team Bulls dem BiXS iXS Pro Team im Nacken, die aber mehr und mehr den Rückstand verkürzten.
So wusste dann auch Lukas Buchli: „Am Ende ist es schon noch mal knapp geworden.“ Doch letztlich klappte es mit dem heutigen Erfolg wie geplant. So sagte der Teamkollege des 31-Jährigen, Thomas Stoll: „Wir wollten attackieren. Wir haben gestern gesehen, dass wir am Berg stark sind. Also haben wir versucht wegzufahren.“ Das gelang auch bestens, ehe am Schluss der Vorsprung schmolz. „Wir hatten ein Polster von mehr als zwei Minuten und haben hinten raus nichts mehr riskiert“, so der 27-Jährige.
Team Bulls trotz Rückschlag weiter zuversichtlich
Lob gab es für die Leistung vom gestrigen Tagessieger Karl Platt. „Man muss ehrlich zugestehen, dass beide von Beginn an voll auf Krawall gefahren sind. Mir war das zur Venetalm zu unrhythmisch, also sind wir unser eigenes Tempo gefahren“, fasste der sechsmalige Transalp-Sieger zusammen.
In Anbetracht des Rückstandes von 34 Sekunden auf die neuen Träger der Gelben Leaderjerseys bleibt der erfahrene Team Bulls-Biker aber gelassen. Getreu dem Motto, die „Tage der Bullen kommen in der zweiten Rennhälfte“ führte Platt aus: „Wenn wir bis dahin zwei, drei Minuten verlieren, kann ich damit leben. Es kann durchaus sein, dass sich eine solche Attacke wie heute, so früh im Rennverlauf, noch rächt. Ich bin zwanzig Rundfahrten gefahren, Buchli/Stoll sind bei ihrer erst zweiten Transalp dabei.“
Team Cube baut Master-Führung aus
Nach ihrem gestrigen Überraschungscoup geht die Erfolgsfahrt für Udo Bölts (GER) und Silvio Wieltschnig (AUT) weiter. Das Duo fuhr nach 3:43:05.5 Stunden erneut als Erstes über die Ziellinie und baute in Ischgl damit die Führung in der Masterwertung weiter aus.
Denn mit 4:23 Minuten Rückstand folgten Johann Grasegger (GER) und Georg Koch (AUT) vom Team Scott / RS Janger, die in 3:47:29.2 Stunden ihren zweiten Rang im Klassement festigten. Dritter wurden die Dominatoren der Masterklasse der letzten vier Jahre. Ekkehard Dörschlag und Heinz Zörweg vom österreichischen Team KTM benötigten 3:50:43.0 Stunden für die rund 77 Kilometer durch Tirol.
Damen-, Mixed- und Senior Master-Leader geben sich keine Blöße
Bei den Damen fuhren die beiden dänischen Schwestern Kristine und Anna-Sofie Norgaard erneut einen ungefährdeten weil sehr deutlichen Tageserfolg ein. Das Rothaus-Cube-Duo saß insgesamt 4:25:52.5 Stunden im Sattel und war damit mehr als 25 Minuten schneller als ihre schärfsten Verfolgerinnen von Felt Ötztal X-Bionic / Cannondale Store. Die Deutschen Natascha Binder und Bettina Dietz kamen nach 4:51:02.2 Stunden ins Ziel. Dritter wurden das Team Haibike/Zweirad Janger mit Theresia Kellermayr und Heidi Scharnreiter aus Österreich (4:51:44.1).
Trotz des großen Vorsprungs im Klassement muss die Damenkonkurrenz mit erneuten Macht-Demonstrationen vom „Danish Dynamite“ rechnen. „Wir wollen auf jeden Fall versuchen, alle Etappen zu gewinnen“, äußerte die jüngere der beiden Norgaard-Schwestern, Anna-Sofie.
In der Mixed-Wertung ziehen Pia Sundstedt (FIN) und Daniel Gathof (GER) an der Spitze einsam ihre Kreise. Das Craft-Rocky-Mountain-Duo war heute 4:04:02.4 Stunden unterwegs. Milena Landtwing (SUI) und Heiko Gutmann (GER) von Rothaus-Cube wurden Zweite (4:13:08.8), die Schweizer Jane Nüssli und Markus Hochstrasser von credo-bikes.com Dritte (4:18:17.1).
Bei den Senior Mastern waren Ferdinand Ganser und Georg Niggl vom deutschen Craft-Team mal wieder die Schnellsten (4:23:51.6). Die Schweizer Max Bertschinger und Thomas Rüegg von Thomax Bike (4:33:15.5) sowie die Südtiroler Josef Pallhuber und Hartmann Stifter vom Green Valley Team 100 (4:35:22.2) rundeten das Podium als Zweite und Dritte ab.
Vorschau Etappe 3: Ischgl (AUT) – Scuol (SUI)
Auf dem Weg in die Schweiz werden viele denken, ein Dejavu zu erleben. Denn wie am Vortag wartet gleich nach dem Start eine steile Rampe; diesmal hinauf zum höchsten Punkt des Tages – und der gesamten CRAFT BIKE TRANSALP 2010 powered by NISSAN. Das Idjoch wird mit 1.400 Höhenmetern, die auf zehn Kilometern bewältigt werden müssen, die Teilnehmer schon ab Kilometer vier zum Schwitzen bringen.
Dafür entschädigt die Abfahrt nach Samnaun und Spiss für die Mühen. Nach der Kobleralm geht’s weiter hinab zur Kajetansbrücke, von wo aus die Route traumhaft am Inn entlang durch Wälder, Wiesen und Auen führt. Die letzten 30 Kilometer verlaufen zwar zäh und stet hinauf nach Scuol, doch es sind nur wenige Höhenmeter, die insgesamt genommen werden müssen.
Craft Bike Transalp 2010
17.07.2010 - München/Deutschland - Roland Schopper.
Foto: CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN – Hans Mayer.
Karl Platt und Stefan Sahm entscheiden Auftaktetappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN im Zielsprint / Doppelsieg für Team Bulls / Titelverteidiger Dritter
Karl Platt und Stefan Sahm (beide GER) haben, wie schon 2008, auch 2010 die erste Etappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN für sich entschieden. Das Team Bulls (2:52:24.9) setzte sich nach den 83,76 Kilometern und 2.105 Höhenmetern von Füssen (GER) nach Imst (AUT) im Zielsprint knapp, mit einer Sekunde Vorsprung, vor ihren Stallkollegen Thomas Dietsch und Tim Böhme durch (2:52:25.9). Die französisch-deutsche Paarung hatte im Flachstück ab Nassereith noch einmal aufschließen und am Ende noch die Titelverteidiger vom BiXS iXS Pro Team, Lukas Buchli und Thomas Stoll aus der Schweiz, auf Platz drei verweisen können (2:52:26.5).
Zuvor hatte es nach einem langen Geplänkel bis zum ersten und einzigen richtigen Anstieg, dem Marienbergjoch, nach einem Zweikampf zwischen den Titelträgern von 2008 und 2009 ausgesehen. Mehr und mehr Spitzenteams mussten dem hohen Tempo im Aufstieg, angeschlagen von den beiden Schweizern Buchli und Stoll, Tribut zollen, bis am Ende nur noch das Team Bulls und das BiXS iXS Pro Team übrig blieben. Die vier Profis fuhren in der Abfahrt einen Vorsprung von rund 20 Sekunden bis zur zweiten Verpflegungsstelle heraus, ehe ein taktisches Manöver von Platt/Sahm, das Kräfteverhältnis für die letzten Kilometer entscheidend veränderte.
Starker Einstand auf neuem Material
„Wir haben uns im Flachstück zurückgehalten, so dass Thomas (Dietsch) und Tim (Böhme) noch einmal aufschließen konnten“, erklärte Stefan Sahm nach dem Zieleinlauf. Den Sprintentscheid zog dann auch „Sahmurai’s“ Stallkollege Böhme an, jedoch nicht lang genug, so dass am Ende das Duo Platt/Sahm, das wie die Teamkollegen auf brandneuen 29-Zoll-Mountainbikes gestartet war, die entscheidende Radlänge vorn hatte.
„Der Sieg ist wahnsinnig wichtig fürs Selbstvertrauen“, so Sahm, „da wir nicht wussten, wo genau wir stehen.“ Mitentscheidend für den Erfolg seien auch die neuen Bikes gewesen. „Die Räder laufen super gut und haben eine phänomenale Traktion im Anstieg.“ Und der brachte heute eine erste Vorentscheidung um den Tagessieg.
Titelverteidiger zufrieden
Als stärkste „Kraxler“ hatten sich hoch zum 1.810 m hohen Marienbergjoch allerdings die Sieger von 2009, Lukas Buchli und Thomas Stoll, präsentiert. Stoll fuhr den kompletten Anstieg von vorne, und auch sein Schweizer Landsmann Buchli, der heute 31 wurde, ließ keinen Zweifel am Ziel Titelverteidigung aufkommen.
Dementsprechend zufrieden war dann auch das Geburtstagskind: „Der dritte Platz ist O.k. für uns. Es war ein guter Start und im Sprint kann halt alles passieren.“
Überraschungssieg bei den Mastern
Anders als von vielen erwartet, fuhren bei den Teams mit einem Gesamtalter von mehr als 80 Jahren nicht die dominierenden Biker der letzten vier Jahre, Ekkehard Dörschlag und Heinz Zörweg vom österreichischen Team KTM (heute Vierte) in die Blauen Leaderjerseys, sondern Udo Bölts (GER) und Silvio Wieltschnig (AUT). Das Rothaus-Cube-Gespann bewältigte die Etappe Füssen - Imst in 3:01:57.4 Stunden.
Hans Grasegger und Georg Koch vom deutsch-österreichischen Team Scott / RS Janger wurden Zweite (3:04:50.7), Marco Michelotti und Michele De Gasperi vom Team Val di Sole Dritte (3:09:41.2).
Trotz des klaren Vorsprungs auf der vergleichsweise einfachen Transalp-Etappe erteilte Udo Bölts im Ziel allen Spekulationen um eine Wachablösung in der Masterklasse aber eine Absage. „Das war der erste Tag. Ich bin total kaputt und die anderen sind bärenstark.“
Favoriten siegen in übrigen drei Kategorien
Bei den Damen setzten sich erwartungsgemäß die beiden dänischen Schwestern Kristine und Anna-Sofie Norgaard von Rothaus-Cube durch (3:22:34.7). Als Zweite kamen Natascha Binder und Bettina Dietzen (beide GER) von Felt Ötztal X-Bionic / Cannondale Store ins Ziel (3:35:33.1), die deutsche-französische Paarung Mountain Heroes mit Katrin Neumann und Danièle Troesch wurde Dritter (3:37:50.9).
Bei den Mixed-Duos wurden Pia Sundstedt (FIN) und Daniel Gathof (GER) von Craft-Rocky-Mountain in 3:09:57.7 Stunden ihrer Favoritenrolle gerecht. Milena Landtwing (SUI) und Heiko Gutmann (GER) von Rothaus-Cube (3:15:44.2) sowie Ivanda Eiduka (LAT) und Allan Oras (EST) von Rietumu Bank Delfin (3:18:56.4) rundeten das Podium als Zweite und Dritte ab.
Bei den Ältesten im Feld, den Senior Mastern, zeigten sich Ferdinand Ganser und Georg Niggl vom Team Craft, die 2008 und 2009 bereits triumphierten, auch heute äußerst stark. 3:22:08.9 Stunden bedeuteten Platz eins vor den Italienern Josef Pallhuber und Hartmann Stifter vom Green Valley Team 100 (3:24:33.3) sowie den Schweizern Max Bertschinger und Thomas Rüegg von Thomax Bike (3:31:35.0).
Vorschau Etappe 2: Imst (AUT) – Ischgl (AUT)
Die Österreichetappe wird der Zeile „Land der Berge“ in der rot-weiß-roten Nationalhymne gerecht. Drei anständige Berge stehen den 550 Zweierteams im Weg. Der erste ist zugleich die größte Prüfung. Der 1.300 Höhenmeter-Anstieg hinauf zur Venetalm wird früh die Spreu vom Weizen trennen. Es folgen die Pillerhöhe und die Auffahrt zum Almstüberl. Ausruhen ist am zweiten Renntag Fehlanzeige, denn auch die letzten rund 20 Kilometer von See bis ins Ziel nach Ischgl führen stetig bergauf und machen diese Etappe zu einer der schwereren.
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